Die Zungendiagnose

Die Zunge ist ein Abbild unseres Innenlebens. Früher drückte man seine Verachtung einem anderen Menschen gegenüber aus, indem man sein Innerstes nach außen kehrte, also die Zunge herausstreckte. Wenn wir formulieren, dass die Zunge das Abbild unseres Innenlebens ist, so wird damit ausgedrückt dass sich auf der Zungenoberfläche genaustens unser Verdauungs- und Stoffwechselsystem widerspiegelt. Wie auch im Gesicht, zeigt die Zunge bestimmte Farbtöne, Beläge und Runen. Die Oberfläche der Zunge wird auch in bestimmte Segmente unterteilt, anhand derer man Diagnosen stellen kann.

In der Praxis sind folgende Diagnosen bekannt: Ein weißer Zungenbelag zeigt Magenübersäuerung an. Das völlige Fehlen des Belags zeigt den Zustand normalen Gesundsein. Ist die Zungenoberfläche ungewöhnlich glatt, weist dies auf einen Magensäftemangel hin. Gelblicher Belag verrät eine Nierenfunktionsstörung an. Ein schwarzer Belag zeugt von Pilzbefall. Über den Zustand der Magen-Darm-Muskulatur gibt das Zungenrelief Auskunft. Den Segmenten werden Bestimmte Organe zugeordnet. Finden sich dort tiefe Längs- oder Querrillen lässt das auf krampfartige Zustände der jeweiligen Organe schließen. Eine tiefe Längsrille in der Mitte der Zunge verrät eine Eingeweidesenkung. Viele kleine Rillen im hinteren Teil verraten Störungen im Dünn- und Dickdarmbereich. Zeigen sich Zahnabdrücke an den Zungenrändern, weist das auf eine generelle Funktionsschwächung der Magen-Darm-Schleimhaut hin. Unregelmäßig geformte aber begrenzte Beläge lassen auf Leberbelastungen in Verbindung mit hormonellen Störungen schließen. Zeigen sich Wucherungen, die wie weiße Knötchen aussehen, an den Zungenpapillen, meistens im Randbereich der Zunge, könnten diese als Vorboten einer Krebserkrankung interpretiert werden.

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